Oliver Seitz

Oliver Seitz

Die Orgel ist mein Lieblingsinstrument. Ich stieg hinauf, um mir den Mann, der die weihevolle Komposition von Palestrina so verdarb, einmal anzusehen. Der Kantor stand vorn am Pult und schwang den Taktstock. Der Organist war ein kleines, dünnes, bewegliches Männchen. Als er sah, dass ich, an der Ecke des Orgelgehauses lehnend, ihn beobachtete, kam ihm sichtlich die Lust, Eindruck auf mich zu machen. Dann kam ein kurzes Vorspiel, das in eine bekannte und liebe Melodie hinüberleitete. Leider aber hatte der Organist oben Vox angelica, Vox humana, Äoline und Flauta annabile gezogen und dazu für die Bässe die tiefsten und stärksten Register, so dass die schöne Melodie wie ein Bächlein im Meer der Bässe verschwand.

Das konnte ich unmöglich aushalten. Mochte der biedere Orgelschläger mich seinetwegen dafür mit ewiger Blutrache verfolgen, ich huschte zu ihm hin, schob die volltönenden Stimmen hinein und registrierte anders.

(nach: Karl May, "Am Rio de la Plata")

Vita

  • 1990 Erste Rolle in "Drei Männer im Schnee" nach einer Erzählung von Erich Kästner
  • ab 1993 Regieassistenz unter Paul, Sukopp und Boos, später eigene Arbeiten
  • seit 1995 Mitglied des Improvisationstheaters "holterdiepolter!", Nürnberg
  • verschiedene nationale und internationale Weiterbildungen in Gesang, Körperarbeit und Schauspiel
  • seit 2003 auch ein Talent... – ein latentes
  • seit 2007 Regie bei den "Talente"-Produktionen

Mitwirkung bei folgenden Produktionen:

  • [2005] Der Hexenschuss (Schauspiel)
  • [2007] Die Balkonszene (Regie)
  • [2008] Verzeihung, Herr Bundeskanzler! (Regie)
  • [2009] Mausefallen im Tresor (Regie)
  • [2010] Laras Plan - Erben oder Sterben (Regie)
  • [2011] In der Klemme (Regie, Schauspiel)
  • [2012] Madame tödlich verhindert - Teezeit verschoben (Regie, Schauspiel)
  • [2013] Kaiserschnitt im Treppenhaus (Regie, Schauspiel)
  • [2014] Eine etwas sonderbare Dame (Regie, Schauspiel)
  • [2017] Irgendwo im Nirgendwo (Regie, Technik)

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